judas

Recklinghäuser Zeitung, 28.08.2007

Vom Kampf der Israeliten

Madrigalchor und Philharmonie vertonen Händels „Judas Maccabaeus“

Ost. (acn) Schweißperlen stehen auf der Stirn von Chorleiter Lucius Rühl. Trotz der Anstrengung ist er glücklich: „Ich bin mit unserer Leistung sehr zufrieden“, erklärt er nach dem Konzert. Der Madrigalchor sang in der Liebfrauenkirche „Judas Maccabaeus“ von Georg Friedrich Händel.

Zum Inhalt: Das dreiteilige Oratorium beschäftigt sich mit dem jüdischen Kampf gegen die Herrschaft der Seleukiden, die den Glauben der Israeliten auszurotten versuchen. Nach dem Tod des Heerführers wird Judas Maccabäus von Gott auserkoren, das jüdische Volk in Frieden und Freiheit zu führen.

Die musikalische Umsetzung der Neuen Philharmonie Westfalens und des Madrigalchors war eindrucksvoll. Die stimmengewaltige Musik nahm den Zuhörer mit auf die schwierige Reise der Israeliten, und besonders die Triumphlieder erfüllten die Liebfrauenkirche. Sie war der passende Raum zur passenden Musik.

Schon zu Händels Zeit, der das Oratorium schrieb, nachdem die Engländer die Schlacht von Culloden gewonnen hatten und der siegreiche Herzog Cumberland die Bürger aus der Bedrängnis befreit hatte, waren die Aufführungen ein voller Erfolg. Auch die Interpretation der 45 Sänger des Madrigalchores und der Solisten Hedwig Voss (Sopran), Carmen Schüller (Alt), Henning Kaiser (Tenor) und Ralf Grobe (Bass) machten das berühmte Barockstück zu einem Erlebnis. Zweieinhalb Stunden herrschte eine gespannte Stille bei den 250 Zuhörern in der Liebfrauenkirche. Am Ende gab es begeisterten Applaus.