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Evelyn Ziegler (Sopran) / Thomas Schäfer (Klavier)

Kammerchor Recklinghausen

Leitung: Lucius Rühl


  • Die Entdeckung vergessener Komponisten

Portrait-Reihe des Kammerchores holt unbekannte Werke ans Licht / Auftakt 22. Mai

RECKLINGHAUSEN. Mit einer neuen Konzertreihe wird der Kammerchor unter Leitung von Lucius Rühl in den nächsten Jahren Werke interessanter und zum Teil vergessener Komponisten ans Licht befördern. Die neue Reihe „Komponisten im Portrait“ startet am 22. Mai mit Werken von Hugo Wolf und Heinrich von Herzogenberg.

Die Konzertprogramme des Kammerchores Recklinghausen zeugen von einer breiten Palette von Werken aus verschiedenen Jahrhunderten und von unterschiedlichen Komponistenpersön-lichkeiten. Natürlich gehören neben kleineren A-cappella-Werken auch die großen mit Orchester dazu. Waren es im vergangenen Jahr Teile aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium, so wird am zweiten Advent dieses Jahres der Messias von G. F. Händel in englischer Originalsprache und barockem Klang zur Aufführung kommen. „Dabei stehen sich Tondichter einer Epoche gegenüber, die dem Hörer differenzierte Bilder ihrer Ausdrucksmöglichkeiten geben werden. Es wird interessant sein, zu entdecken, was die Komponisten zu ihren Werken beflügelt und warum ihre Kunst die Zeiten überdauert hat, aber auch wie offen unsere Ohren heute für ihre Musik sind“, erklärt Chorleiter Lucius Rühl.

Für das Auftaktkonzert am 22. Mai um 11 Uhr im Rathaus stehen mit Hugo Wolf und Heinrich v. Herzogenberg zwei Komponisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Während Hugo Wolf einer breiteren Öffentlichkeit besonders durch seine Liedvertonungen bekannt ist, ist Heinrich v. Herzogenberg bis heute eher unbekannt. Er hat zwar ein vielfältiges Werk hinterlassen, sein kompositorisches Wirken ist allerdings bis heute noch lange nicht voll erschlossen.

Wie Wolf, Brahms, Schumann und andere große Liedkomponisten der Zeit vertonte von Herzogenberg sowohl Volksliedtexte als auch Gedichte von Mörike, Eichendorff und anderen.

Neben Chorliedern von Wolf und v. Herzogenberg werden auch Lieder für Sopran und Klavier von Hugo Wolf einen Höreindruck von einer Zeit bieten, „die in hochromantischer Weise und mit geistreicher Harmonik und Metrik sich der Vertonung von Lyrik gewidmet hat“, so Lucius Rühl.

Recklinghäuser Zeitung, 8. April 2016


Programm

  • Heinrich v. Herzogenberg      aus: Sechs Lieder für gemischten Chor, op. 10 /  Zwölf deutsche Volkslieder für gemischten Chor, op. 35      

Er ist’s  (E. Mörike) / Hüt du dich!  (Volkslied) / Frühlingsglaube  (L. Uhland) / All mein Gedanken, die ich hab (Lochamer Liederbuch 1452) / Der Kehraus  (J. v. Eichendorff)

  • Hugo Wolf    aus: Drei Chöre, op. 17

Im stillen Friedhof  (L. Pfau)

  • Hugo Wolf: Solo-Lieder (Sopran und Klavier)

Fussreise (E. Mörike) / Mein Liebster ist so klein (P. Heyse) / Du denkst mit einem Fädchen (P. Heyse) / Nein, junger Herr (P. Heyse) / Nimmersatte Liebe (E. Mörike) / Verborgenheit (E. Mörike)

  • Hugo Wolf  aus: Kleine Chöre, op. 10

Die Stimme des Kindes  (N. Lenau)

  • Heinrich v. Herzogenberg   aus: Vier Notturnos für Singstimmen und Klavier, op. 22

Wär’s dunkel, ich läge im Walde (J. v. Eichendorff)

  • Hugo Wolf   Solo-Lieder (Sopran und Klavier)

Du sagst mir, dass ich eine Fürstin sei (P. Heyse) / Begegnung (E. Mörike) / Mein Liebster singt vorm Haus (P. Heyse) / Sterb ich, so hüllt in Blumen (P. Heyse) / Gesegnet sei das Grün (P. Heyse) / Schweig einmal still (P. Heyse) / Ich hab in Penna einen Liebsten (P. Heyse)

  • Heinrich v. Herzogenberg   aus: Vier Notturnos für Singstimmen und Klavier, op. 22

Nacht ist wie ein stilles Meer (J. v. Eichendorff)


Recklinghäuser Zeitung, 24.Mai 2016

 


  • Informationen   zu der Konzertreihe und den Komponisten (aus dem Programmheft)